Gedanken zum Monatsspruch

Juli 2021

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apostelgeschichte 17,27)

Gibt es einen roten Faden, der sich durch Ihr Leben zieht? Vielleicht eine Eigenschaft, die Sie besonders ausmacht; eine Erfahrung, die Sie öfter im Leben gemacht haben; eine besondere Hingabe oder eine Leidenschaft, die Sie begleitet. In Predigten an bestimmten Lebenssituationen blicken wir manchmal vor Gott auf solche Dinge, die sich durch unser Leben ziehen und uns ein ganzes Stück ausmachen.

Aber dort bleiben wir nicht stehen: Hinter alldem schauen wir von Gott her auf einen anderen Faden. Der zieht sich im Glauben durch ein Leben hindurch: Es ist die Zuwendung Gottes. Sein Wort als Zusage und Anspruch an uns – angefangen in der Taufe. Wir entdecken, wie Gott sich mit unserem Leben verwoben hat: Wie beim Weben ein Faden das Gewebe zusammenhält, so ist unser Leben allein in Gott gehalten. »In ihm leben, weben und sind wir.« An dieser Verheißung können wir uns selbst immer wieder festmachen. Wir »weben« in Gott, und er webt unser Leben. Dieses Bild blickt auch in Gottes Zukunft. Es will auch da tragen, wo unsere Fäden keinen Sinn ergeben wollen. Die Evangelistin Corrie ten Boom erzählt es so:

»Unser Leben ist wie ein riesengroßer Teppich. An ihm wird ständig gewebt und gearbeitet. Farben und Fäden werden zu einem Muster zusammengefügt. Jedoch ist das Problem, dass wir diesen Teppich nur von der Rückseite sehen. Und da sieht er nicht gut aus. Die Farben passen oft nicht zusammen, das Muster scheint nicht zu stimmen, es gibt manche Knoten und überall hängen Fäden heraus. Ein Teppich von der Rückseite: Keiner würde sich ein solches Exemplar in die Wohnung legen. Bis an unsere Todesgrenze sehen wir unseren Lebensteppich nur von der Rückseite. Dann aber, im Licht der Ewigkeit, wird er umgekehrt sichtbar. Und plötzlich fällt es uns wie Schuppen von den Augen: … Die Rückseite mag uns noch so sehr verwirrt haben. Mit einem Mal haben wir ein sinnvolles Ganzes vor uns.«

Pfarrer Denny Wermann, Großhartmannsdorf

Herrhuter Losung

Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der HERR.

Jeremia 23,28

Paulus schreibt: Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

1. Korinther 2,4-5

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