Gedanken zum Monatsspruch

Juni 2020

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.
1. Könige 8,39

seit Mitte März befinden wir uns im Corona-Krisenmodus. Zwar sind ge-rade in den letzten Tagen in vielen gesellschaftlichen Bereichen Locke-rungen erfolgt, doch die Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus bestimmen auch weiterhin das tägliche Leben. Und sie werden uns wohl auch noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
Auch für uns als Kirchgemeinden ist das eine schwierige Zeit. Einerseits wünschen wir uns eine baldige Rückkehr zur Normalität, andererseits müssen wir uns mit immer neuen Vorgaben zur Durchführung der Got-tesdienste und Gemeindeveranstaltungen beschäftigen. Das Singen ist erst einmal nur mit Mundschutz erlaubt und Gemeindekreise können nicht in gewohnter Weise stattfinden. Uns wird schmerzlich bewusst, wie sehr wir als Christen auf das gemeinsame Singen und Beten angewiesen sind.
Vieles will gegeneinander abgewogen werden: Die freie Entfaltung und Ausübung des Glaubens. Der Schutz der älteren Menschen im Umfeld unserer Familien und Gemeinden. Die Gefahr einer Überforderung des Gesundheitswesens …
Leider kann uns niemand genau sagen, wie wir am besten aus der Krise herauskommen. Es gibt kein Richtig oder Falsch – eher ein Mehr oder Weniger.
Ich sehe unsere Aufgabe als Christen und Gemeinde darin, die Ruhe zu bewahren, keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen und das Beste aus der Situation zu machen. In Zeiten wie diesen, hilft es weder in Aktionismus zu verfallen noch die Hände einfach in den Schoß zu legen. Und dort, wo wir mit unseren bewährten Formen an Grenzen stoßen, kann es vielleicht auch angebracht sein, über neue Wege nachzudenken.
Wir dürfen auch unter erschwerten Bedingungen in der Zuversicht leben, dass Gott den Kontakt zu uns nicht abreißen lässt. Er kennt – wie es im Monatsspruch in 1. Könige 8,39 heißt – die Herzen aller Menschenkinder. Daran können die gegenwärtigen Beschränkungen nichts ändern. Gott weiß, was uns bewegt und wie es um jeden einzelnen von uns bestellt ist. Er hält auch in Zeiten wie diesen den Kontakt.

Pfarrer Markus Köber, Mulda

Herrhuter Losung

Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen!

Jesaja 44,8

Was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern.

Matthäus 10,27

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
Weitere Informationen finden Sie hier