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Eine alte Reiseroute über das Gebirge dürfte den ehemaligen Wallfahrts- und Jahrmarktsort Gränitz bekannt gemacht haben. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts soll schon der jüdische Kaufmann Ibrahim (= Abraham) von Magdeburg über Wurzen, Oederan nach Prag durch Gränitz gekommen sein und dabei die alte böhmische Straße, die "antiqua Bohemia semita" (alter böhmischer Steig) benutzt haben. Gränitz dürfte für den Reisenden bzw. die Fuhrleute, bevor sie über die Grenze durch unbesiedeltes und dichtes Waldgelände gebirgswärts zogen, zunächst eine Raststelle und später eine Gebetsstelle gewesen sein.Unter dem Namen "Grenicz"' ist der Ort 1376 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Häuser lagen vereinzelt am Dorfbach entlang. Die von von Langenau nach Großwaltersdorf führenden Straße wurde (mit einzelnen Ausnahmen) erst im Anfang des 19. Jahrhunderts bebaut. Das Wort Gränitz ist slawischen Ursprungs (slawisch granica = Grenze). Es ist nicht auszuschließen, dass damals die böhmische Grenze bis an die Fluren von Gränitz heranreichte. Sicher nachzuweisen ist dies jedoch nicht. Vielmehr ist diese Grenze den jeweiligen Machtansprüchen entsprechend eine lange Zeit schwankend gewesen. Nachzuweisen ist jedoch, dass die Quelle der Striegis ein wichtiger Grenzpunkt des Klosters Altzella war, ebenso, dass Gränitz an den Hersfelder Kirchenbesitz grenzte. Gränitz gab 1970 seine Selbständigkeit als gemeinde auf (nicht ganz freiwillig) und war vom 01.01.1970 bis 01.04.2002 Ortsteil der Gemeinde Langenau, danach Stadtteil von Brand-Erbisdorf ist. Kirchgemeindlich gehört Gränitz aber weiterhin zur Kirchgemeinde Großhartmannsdorf. |